Seitenwind schiebt das Auto, ohne dass die Straße die Richtung ändert. Du merkst es an Brücken, an freien Feldern, beim Herausfahren aus einem Waldstück und neben einem Lkw. Die Antwort ist ein fester Kurs mit beiden Händen und weniger Tempo, nicht ein hartes Gegenlenken, das dich in die andere Richtung wirft.
Auf einen Blick
- Beide Hände am Lenkrad, Tempo reduzieren, bevor die freie Fläche beginnt.
- Kleine Korrekturen. Ein großer Lenkeinschlag macht aus dem Schieben ein Pendeln.
- Neben Lkw und Bussen kommt erst Druck, dann ein Sog. Du lässt seitlich Raum.
- Anhänger, hohe Aufbauten und Motorräder reagieren stärker als ein niedriger Pkw.
Wo der Wind angreift
Auf offener Strecke trifft der Wind die ganze Fahrzeugseite. In einer Schneise zwischen Bäumen oder am Tunnelportal kommt er plötzlich, weil die Deckung wegfällt. Eine Brücke ist oft die freieste Stelle der Strecke. Du erkennst sie an der Landschaft und manchmal an einem Windsack, nicht erst am Ruck im Lenkrad.
Ein überholender Lkw verdrängt Luft. Beim Heranfahren wirst du von ihm weggedrückt, auf seiner Höhe und dahinter kann dich der Sog zur Mitte ziehen. Du hältst den Abstand und zusätzlich seitlichen Raum. Überholen bei starkem Wind lässt du, wenn die Gegenfahrbahn und der Seitenraum nicht klar sind. Das steht unter Sicher überholen.
Ein Anhänger bietet mehr Fläche. Ob du das Gespann überhaupt führen darfst, klärt der Beitrag zu B, B96 und BE. Die Massen setzt die Fahrerlaubnis-Verordnung, nicht eine feste Kilogrammzahl hier. Auf dem Motorrad ist die Fläche kleiner, die Balance dafür empfindlicher. Schutz und Klasse stehen unter Schutzkleidung und Motorradklassen.
Wann du Tempo herausnimmst
Du wirst langsamer, bevor du die Brücke oder das freie Feld erreichst, nicht erst mitten im Schieben. Hohes Tempo macht aus demselben Wind einen größeren Versatz. Bremsen im starken Schub bleibt dosiert. Eine Vollbremsung als Übung gehört nicht auf diese Strecke, sondern auf das geschlossene Gelände, siehe Gefahrenbremsung.
Wenn das Auto schon versetzt wird, lenkst du ruhig gegen die Richtung des Windes und nimmst die Korrektur zurück, sobald der Druck nachlässt. Du kämpfst nicht mit immer größeren Bewegungen. Fühlt sich das Gespann oder das hohe Fahrzeug unsicher an, suchst du die nächste sichere Möglichkeit, anzuhalten, statt die Geschwindigkeit zu halten.
In Baustellen mit Bakenreihen kommt der Wind oft von einer Seite frei. Die schmale Spur verzeiht den Versatz nicht. Dazu passt Durch Baustellen fahren.
So behältst du den Kurs
- Erkenne freie Flächen, Brücken und das Ende eines Waldstücks früh.
- Beide Hände an das Lenkrad, Tempo reduzieren, Schulterblick nur kurz, wenn du die Spur halten musst und jemand neben dir ist.
- Halt das Auto mit kleinen Lenkbewegungen in der Spur. Nicht reißen.
- Neben großen Fahrzeugen seitlich mehr Raum lassen und mit Druck und Sog rechnen.
- Mit Anhänger oder auf dem Zweirad noch früher langsamer werden. Unruhiges Gespann nicht mit mehr Tempo glätten wollen.
- Nach der Windstelle erst wieder beschleunigen, wenn der Kurs ruhig bleibt.
Häufige Fehler
- Mit einer Hand und hohem Tempo auf die Brücke fahren.
- Den ersten Schub mit einem zu großen Lenkeinschlag beantworten und danach in die Gegenseite pendeln.
- Dicht neben einem Lkw bleiben, während der Wind euch beide versetzt.
- Einen Anhänger oder ein Motorrad wie einen niedrigen Pkw behandeln.
Tipp aus der Fahrausbildung
Merk dir an einer Brücke den Moment, in dem die Bäume aufhören, als Startpunkt für weniger Tempo. Wer erst lenkt, wenn das Auto schon versetzt ist, korrigiert zu spät und zu viel. Der Wind ist vorhersehbarer als er sich anfühlt.
Fragen
Soll ich gegenlenken oder das Lenkrad festhalten?
Festhalten und in kleinen Bewegungen gegen den Wind korrigieren. Ein festes Reißen wirft das Auto über die Spur hinaus, sobald der Druck kurz nachlässt.
Warum wird es neben einem Lkw unruhig?
Sein Fahrzeug verdrängt Luft. Du wirst erst zur Seite gedrückt und kannst danach zur Lücke hingezogen werden. Abstand zur Seite verhindert, dass aus dem Ruck ein Kontakt wird.
Ist ein Anhänger empfindlicher?
Ja, weil die Fläche größer ist und das Gespann seitlich arbeiten kann. Du fährst langsamer und prüfst vorher, ob deine Klasse das Gespann abdeckt.
Hilft mehr Tempo, damit der Wind weniger Zeit hat?
Nein. Mehr Tempo vergrößert den Versatz. Du wirst vor der freien Stelle langsamer.
Wo übe ich das?
Auf Überlandfahrten der Klasse B, wenn der Tag windig ist. Weitere Beiträge stehen im Ratgeber und zum Zweirad auf Motorradführerschein.
Weiterlesen
Redaktion JP Fahrschule. Stand: 15. Oktober 2026. Der Text beschreibt den üblichen Ablauf in der Fahrausbildung und ersetzt nicht die Bedienungsanleitung deines Fahrzeugs oder den aktuellen Gesetzestext. Eine namentliche Freigabe durch einen Fahrlehrer ist für diese Fassung noch offen.







