Auf dem Motorrad ist die Kleidung kein Zubehör, sondern der Schutz, den die Karosserie beim Auto übernimmt. In der Fahrausbildung steigst du deshalb nicht in Alltagsschuhen und mit einer offenen Jacke auf. Was du brauchst, ist eine Ausstattung, die Kopf, Hände, Gelenke und Haut schützt, bevor die erste Übung auf dem Platz beginnt.
Auf einen Blick
- Helm mit gültigem Prüfkennzeichen, passender Größe und geschlossenem Verschluss.
- Jacke und Hose, die auch bei einem Rutschen auf Asphalt schützen, plus Protektoren an den typischen Stellen.
- Handschuhe und Schuhe, die Knöchel und Knöchelgelenk bedecken und Halt auf den Rasten geben.
- Die Klasse, ob AM, A1, A2, A oder die Erweiterung B196, ändert diese Grundausstattung nicht.
Was zur Ausbildung dazugehört
Der Helm sitzt fest, ohne zu drücken, und das Visier ist klar. Ein beschädigter Helm, ein offener Verschluss oder eine Größe, die sich auf dem Kopf drehen lässt, gehört nicht in die Stunde. Welches Prüfkennzeichen aktuell anerkannt ist, steht auf dem Helm und in den geltenden Regeln. Übernimm keine alte Empfehlung, ohne das Kennzeichen zu prüfen.
Jacke und Hose sollen geschlossene, feste Bahnen haben. Reißverschlüsse zu und Bündchen an Armen und Beinen verhindern, dass Stoff hochrutscht. Protektoren an Schultern, Ellenbogen, Knien und Rücken sind der übliche Aufbau in der Ausbildung. Eine Regenjacke über einem T-Shirt ersetzt das nicht. Sie hält Wasser ab, aber sie ist kein Abriebschutz.
Handschuhe brauchen eine feste Innenfläche. Kurze Fahrradhandschuhe und Arbeitswolle ohne Verstärkung reichen nicht. Die Schuhe bedecken die Knöchel, haben eine griffige Sohle und keinen Absatz, der sich an der Raste verhakt. Offene Schuhe, Turnschuhe mit weichem Schaft und weite Hosenbeine, die in den Antrieb geraten können, bleiben zu Hause.
Welche Klasse du anstrebst, liest du unter Motorradführerschein: Welche Klasse passt zu mir? und auf Motorradführerschein. Die Kleidung ist davon unabhängig der Einstieg in jede praktische Stunde.
Wann du nicht aufsitzt
Fehlt ein Teil oder sitzt es nicht, beginnt die Übung nicht. Das gilt auf dem abgeschlossenen Platz genauso wie später auf der Straße. Ein Helm in der Hand ist kein Helm auf dem Kopf. Handschuhe ziehst du an, bevor du die Maschine anlässt, nicht an der ersten Ampel.
Bei Hitze bleibt die Schutzkleidung an. Lüftungseinsätze und Pausen ersetzen das Ausziehen auf der Strecke nicht. Bei Nässe kommt Regenschutz über die Schutzkleidung, nicht an ihre Stelle. Wenn das Visier beschlägt, hältst du an einem sicheren Ort und klärst Belüftung oder Beschichtung, statt mit eingeschränkter Sicht weiterzufahren.
Geliehene Ausrüstung muss trotzdem passen. Ein Helm, der bei einer anderen Person richtig war, kann bei dir rutschen. In der Fahrschule wird das vor der Stunde angesprochen. Du prüfst Verschluss, Sitz und Sicht selbst.
So stellst du die Ausrüstung zusammen
- Besorg den Helm zuerst und prüfe Sitz und Verschluss im Stehen und mit einer kurzen Kopfbewegung.
- Wähle Jacke und Hose so, dass sie geschlossen bleiben, wenn du aufsitzt und die Arme nach vorn nimmst.
- Zieh Handschuhe an, die bis über das Handgelenk reichen und die Innenhand schützen.
- Stell die Schuhe auf die Rastenprobe: fester Stand, bedeckter Knöchel, nichts, was hängen bleibt.
- Leg eine klare Sicht zurecht: sauberes Visier, bei Sonne eine geeignete Tönung nur dann, wenn du bei wechselndem Licht nicht blind wirst. Die Grundregeln bei tief stehender Sonne liest du unter Bei tief stehender Sonne sicher fahren.
- Pack die Sachen so, dass du sie vor der Stunde anziehst und nicht erst auf dem Parkplatz sortierst.
Häufige Fehler
- Den Verschluss offen zu lassen oder den Helm nur aufzusetzen. Schutz entsteht erst, wenn er sitzt.
- Kurze Kleidung an Armen oder Beinen, weil der Weg zur Fahrschule kurz ist.
- Handschuhe ohne festen Griff und Schuhe, die den Knöchel frei lassen.
- Einen stark zerkratzten oder nach einem Aufprall weitergetragenen Helm zu benutzen.
Tipp aus der Fahrausbildung
Zieh die komplette Ausrüstung einmal zu Hause an und setz dich auf einen Stuhl, als wärst du auf dem Motorrad. Wenn die Jacke am Rücken hochzieht oder die Hose am Knie spannt, merkst du das vor der Stunde und nicht in der ersten Kurve.
Fragen
Reicht ein Fahrradhelm?
Nein. Für die Motorradausbildung brauchst du einen Motorradhelm mit dem aktuell vorgesehenen Prüfkennzeichen und einem Verschluss, der sicher schließt.
Gilt für B196 dieselbe Kleidung wie für Klasse A?
Ja, im Grundsatz. B196 ist nur eine Erweiterung der Klasse B, das Zweirad hat aber denselben Bedarf an Schutz. Die Klassenunterschiede selbst stehen im Klassenbeitrag.
Darf ich einzelne Teile von der Fahrschule leihen?
Das hängt von der Fahrschule ab. Geliehenes muss trotzdem passen, besonders der Helm. Beschädigte oder deutlich zu große Teile werden nicht verwendet.
Was ziehe ich bei Regen an?
Die Schutzkleidung bleibt darunter. Ein Regenüberzug kommt darüber. Nasse Jeans und eine dünne Jacke sind keine Ausbildungskleidung.
Wo ordne ich die Ausrüstung in der Anmeldung ein?
Noch vor der ersten praktischen Stunde. Die Übersicht der Klassen findest du auf Motorradführerschein, weitere Texte im Ratgeber.
Weiterlesen
- Welche Motorradklasse passt zu mir?
- Motorradführerschein
- Bei tief stehender Sonne fahren
- Starker Wind und Seitenwind
Redaktion JP Fahrschule. Stand: 15. Oktober 2026. Der Text beschreibt den üblichen Ablauf in der Fahrausbildung und ersetzt nicht die Bedienungsanleitung deines Fahrzeugs oder den aktuellen Gesetzestext. Eine namentliche Freigabe durch einen Fahrlehrer ist für diese Fassung noch offen.







