Wenden heißt, die Fahrtrichtung zu wechseln, ohne den übrigen Verkehr zu einem Ausweichmanöver zu zwingen. Manchmal reicht ein Bogen an einer dafür geeigneten Stelle. Oft sind es drei Züge mit einem kurzen Rückwärtsstück. In beiden Fällen schaust du vor jedem Richtungswechsel über die Schulter und lässt es, wenn die Straße die Bewegung nicht hergibt.
Auf einen Blick
- Nicht auf Autobahnen, nicht an unübersichtlichen Stellen, nicht auf Bahnübergängen und nicht dort, wo ein Schild es verbietet.
- Vor jedem Anrollen und vor jedem Rückwärtssetzen der Schulterblick.
- Ein Kreisverkehr, eine Seitenstraße oder ein Parkplatz ist oft ruhiger als ein Bogen im fließenden Verkehr.
- Rechts vor links spielt nur mit, wenn an dieser Stelle weder Schilder noch Ampeln die Vorfahrt regeln.
Welche Arten des Wendens vorkommen
An einer breiten, übersichtlichen Stelle kannst du in einem Bogen wenden, wenn Gegenverkehr und Hinterherfahrende die Zeit dafür lassen. Du blinkst, ordnest dich ein und fährst den Bogen zügig, aber nicht hastig, auf die andere Seite. Der Ablauf ähnelt dem Abbiegen, nur dass die Zielrichtung die eigene Straße in Gegenrichtung ist.
Reicht die Breite nicht, wird es ein Wenden in mehreren Zügen. Du fährst schräg vor, hältst, sicherst nach hinten und setzt ein Stück zurück, dann wieder vor, bis die neue Richtung steht. Jeder Zug ist langsam. Das Rückwärtsstück bleibt kurz und nur so weit, wie du den Raum siehst. Mit Anhänger übst du das nicht nebenbei auf der Straße. Die Grundlagen stehen unter Mit Anhänger rückwärtsfahren.
Oft ist gar kein Wenden auf der Fahrbahn nötig. Ein Kreisverkehr, eine Einfahrt in eine ruhige Seitenstraße oder die Rampe eines Hauses drehen dich mit dem normalen Verkehrsfluss. Enge Kurven dort nimmst du wie unter Parkhaus fahren beschrieben: langsam und ohne Abschneiden.
Wann du nicht wendest
Du wendest nicht, wo die Sicht fehlt, wo Gegenverkehr schon da ist oder wo Hinterherfahrende nicht sicher vorbeikommen, während du quer stehst. Ein Schild, das Wenden verbietet, beendet die Überlegung. Auf Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen gibt es dafür Ausfahrten, keine Bögen über den Mittelstreifen. Auf einem Bahnübergang hat ein Wendemanöver nichts zu suchen.
An einer Kreuzung klärst du zuerst Schilder und Ampeln. Rechts vor links gilt nur, wenn nichts davon die Stelle regelt. Ein Wenden nimmt dir nicht die Pflicht, den Verkehr von rechts vorzulassen, und es nimmt dem Gegenverkehr nicht die Vorfahrt, wenn du ihm den Weg abschneidest. Fußgänger und Radfahrer, die die Straße queren, lässt du. Die Tür danach öffnest du mit Blick nach hinten, siehe Tür sicher öffnen.
Wenn der erste Zug schon schief liegt, brichst du ab und suchst eine andere Stelle. Quer stehen bleiben und hoffen, dass andere warten, ist kein zweiter Zug.
So wendest du in drei Zügen
- Wähle eine ruhige, übersichtliche Stelle ohne Verbot und ohne verdeckte Kuppe.
- Blinker, Spiegel, Schulterblick. Erst wenn hinten und vorn Raum ist, rollst du langsam schräg zur anderen Seite.
- Halt, bevor du Bordstein, Zaun oder Gegenverkehr erreichst. Blick nach hinten, dann kurzes Rückwärtssetzen.
- Erneut halten, Schulterblick zur neuen Vorwärtsrichtung, dann vorrollen, bis das Auto in der neuen Fahrtrichtung steht.
- Ordne dich am rechten Rand ein, Blinker aus, Tempo an den Verkehr anpassen.
- Kommt während eines Zugs Verkehr, bleibst du stehen und lässt ihn, statt den Bogen zu erzwingen.
Häufige Fehler
- Wenden, obwohl die Stelle unübersichtlich ist oder ein Schild es verbietet.
- Rückwärtssetzen ohne Blick über die Schulter.
- Den Bogen in den fließenden Gegenverkehr ziehen, weil der erste Versuch zu eng war.
- Auf dem Bahnübergang oder im Kreuzungsbereich stehen bleiben, um in Ruhe zu rangieren.
Tipp aus der Fahrausbildung
Such dir vor dem Wenden die Stelle, an der du notfalls wieder vorwärts aus dem Manöver herauskommst. Wer nur den Wendepunkt sieht und keinen Ausweg, bleibt quer stehen. Eine Seitenstraße oder ein Kreisverkehr ein Stück weiter ist dann die bessere Wahl.
Fragen
Ist Wenden dasselbe wie Umkehren in einer Einfahrt?
Nein. Eine Einfahrt kann dir helfen, die Richtung zu wechseln, sie ist aber oft ein Grundstück. Du fährst dort nur hinein, wenn du den Weg siehst und niemanden behinderst, und du rollst nicht blind rückwärts wieder auf die Straße.
Wie oft schaue ich über die Schulter?
Vor jedem Richtungswechsel. Vorwärts, rückwärts, wieder vorwärts sind drei eigene Bewegungen, nicht eine mit einem einzigen Blick am Anfang.
Darf ich an einer Kreuzung mit Rechts vor links wenden?
Nur wenn die Stelle übersichtlich ist, kein Schild es verbietet und du den Verkehr vorlässt, der Vorfahrt hat. Die Grundregel gilt dort nur, weil keine Schilder und keine Ampel regeln. Sie ist keine Einladung zum Rangieren.
Was ist auf der Autobahn?
Du wendest nicht. Die nächste Ausfahrt ist der Weg. Ein Bogen über den Mittelstreifen oder die Wendefläche des Betriebsdienstes ist keiner für dich.
Wo übe ich die drei Züge?
Zuerst auf einem freien Platz in der Ausbildung der Klasse B, danach an einer ruhigen Straße mit Begleitung. Weitere Beiträge stehen im Ratgeber.
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Redaktion JP Fahrschule. Stand: 15. Oktober 2026. Der Text beschreibt den üblichen Ablauf in der Fahrausbildung und ersetzt nicht die Bedienungsanleitung deines Fahrzeugs oder den aktuellen Gesetzestext. Eine namentliche Freigabe durch einen Fahrlehrer ist für diese Fassung noch offen.







