Aquaplaning ist der Moment, in dem die Reifen auf einer Wasserschicht schwimmen und Lenkung wie Bremse nichts mehr ausrichten. Du lernst, das von einer einfach nassen Straße zu unterscheiden und was deine Füße dann tun. Zuerst nimmst du Gas weg und hältst das Lenkrad gerade, statt in die Bremse zu treten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Aufschwimmen erkennst du am plötzlich leichten Lenkrad und daran, dass das Auto nicht mehr auf Lenkbefehle reagiert.
- Gas weg, Kupplung treten beim Schaltwagen, Lenkrad in Fahrtrichtung lassen, nicht stark bremsen.
- Erst lenken und bremsen, wenn du die Straße wieder spürst.
- Vorbeugend: weniger Tempo bei stehendem Wasser, genug Profil, richtiger Druck.
- Der erste Schauer nach langer Trockenheit ist zusätzlich rutschig, auch ohne tiefes Wasser.
Inhalt
- Wann die Straße trägt und wann nicht
- So reagierst du, wenn die Reifen aufschwimmen
- Häufige Fehler
- Tipp aus der Fahrausbildung
- Häufige Fragen
Wann die Straße trägt und wann nicht
Tiefe Spurrillen in der Autobahn, Senken unter Brücken und eine Bahn, die das Wasser nicht mehr abführt, sind die Stellen, an denen Aufschwimmen wahrscheinlich wird. Je schneller du bist und je flacher das Profil, desto früher hebt der Reifen ab. Die gesetzliche Untergrenze von 1,6 Millimetern ist dabei schon ein schlechter Ausgang. Als Orientierung für Sommerreifen gelten oft etwa 3 Millimeter, damit die Rillen noch Wasser fassen. Der Druck kommt vom Aufkleber, nicht aus dem Gefühl, dass pralle Reifen auf Wasser besser seien. Zu viel wie zu wenig verändert die Aufstandsfläche.
Davon getrennt ist der erste Regen nach Tagen ohne Niederschlag: Öl und Staub auf der Decke werden glatt, obwohl noch kein Zentimeter Wasser steht. Dann trägt der Reifen, aber er rutscht früher. Tempo runter, Abstand rauf, Abblendlicht an, damit du in der Gischt gesehen wirst. Die Nebelschlussleuchte bleibt aus, solange die Sicht nicht stark eingeschränkt ist. Ab welcher Sichtweite sie überhaupt erlaubt ist, steht in der aktuellen Straßenverkehrs-Ordnung. Assistenzsysteme und ein Tempomat schaltest du bei stehendem Wasser ab. Sie kennen die Pfütze nicht. In der Führerscheinklasse B üben wir diese Lage als Entscheidung vor der Pfütze, nicht als Kunststück darin.
So reagierst du, wenn die Reifen aufschwimmen
1. Vor dem Wasser Tempo und Spur wählen
Siehst du eine geschlossene Wasserschicht oder fährst du in den Sprühnebel eines Lkw, nimmst du vorher Geschwindigkeit heraus. Nicht erst in der Pfütze. Fahre nicht in der tiefsten Spur, wenn daneben eine höhere Linie frei ist, und überhole nicht, während du nichts außer Gischt siehst. Beide Hände ans Lenkrad, Tempomat aus.
2. Gas weg, Lenkrad gerade
Wird das Lenkrad leicht und das Auto schiebt, ohne dass du es bestellt hast, bist du am Aufschwimmen. Fuß vom Gas. Beim Schaltwagen die Kupplung treten, damit die Räder frei drehen können und nicht vom Motor gezogen oder geschoben werden. Beim Automatikwagen nur Gas weg, nicht wild zwischen Fahrstufen schalten. Das Lenkrad bleibt in der Richtung, in die die Straße läuft. Ein schneller Einschlag hat keinen Gegendruck, solange der Reifen schwebt, und wirkt erst, wenn er wieder greift.
3. Nicht bremsen, bis Kontakt da ist
Eine Vollbremsung auf dem Wasserfilm verlängert nichts Sinnvolles, sie kann das Auto verdrehen, sobald ein Rad wieder fasst und das andere noch schwimmt. ABS braucht Kontakt. Du wartest das Gefühl ab: Das Lenkrad wird wieder schwerer, das Geräusch der Reifen kommt zurück. Dann erst, wenn nötig, sanft bremsen und die Spur korrigieren.
4. Danach Abstand neu aufbauen
Der Schreck verführt zum Weiterfahren mit dem alten Tempo. Lass ein paar Atemzüge vergehen, vergrößere den Abstand und meide die Stelle in derselben Spur auf dem Rückweg nicht aus Trotz. Wenn das Auto danach zieht oder ein Rad schlägt, kann Wasser oder ein Gegenstand im Spiel sein. Dann an geeigneter Stelle anhalten und nachsehen, nicht auf der Autobahn in der Gischt.
Häufige Fehler
In der Pfütze stark bremsen. Die Räder blockieren oder ein Rad greift früher als das andere, das Auto bricht aus. Richtig ist Gas weg und warten, bis die Fläche wieder trägt.
Das Lenkrad reißen, solange es leicht ist. Der Einschlag steht schon, wenn der Reifen wieder aufsetzt, und das Auto springt in die Nachbarspur. Richtig ist, die Räder in Fahrtrichtung zu lassen.
Mit wenig Profil und hohem Tempo durch Spurrillen fahren. Die Rille ist dann ein Becken, kein Ablauf. Richtig ist, vorher Tempo zu nehmen und die Profiltiefe ernst zu nehmen, nicht erst die gesetzliche Untergrenze.
Die Nebelschlussleuchte bei jedem Schauer einzuschalten. Sie blendet den Hintermann, der dich sonst gut sieht. Richtig ist Abblendlicht. Die Schlussleuchte nur bei der stark eingeschränkten Sicht, die die aktuelle Regel beschreibt.
Tipp aus der Fahrausbildung
Wir nennen den Fußwechsel in einem Satz: Gas los, Kupplung rein, Lenkrad still. Beim Automatikwagen fällt die Kupplung weg, der Rest bleibt. Diesen Satz üben wir trocken auf dem Sitzplatz, bevor jemand ihn in einer Senke unter der Brücke erfinden muss. Wer in der Pfütze noch am Tempomathebel sucht, hat die Hände nicht am Lenkrad, wenn das Auto leicht wird.
Häufige Fragen
Hilft ABS beim Aquaplaning?
Erst wieder, wenn die Reifen die Straße berühren. Solange sie schwimmen, hat das System nichts zu regeln. Deshalb nicht in die Bremse steigen und darauf hoffen, dass das Pulsieren dich fängt. Nach dem Kontakt darf ABS arbeiten. Dann hältst du das Pedal, statt zu pumpen.
Sind breite Reifen anfälliger?
Ein breiter Reifen muss mehr Wasser verdrängen. Ob deiner früher aufschwimmt, hängt zusätzlich von Profil, Druck und Tempo ab. Die Größe, die in den Papieren steht, tauschst du nicht gegen eine breitere, nur weil sie im Trockenen mehr Kurve verspricht.
Was ist der Unterschied zur rutschigen Fahrbahn am Anfang des Regens?
Am Anfang trägt der Reifen noch, die Decke ist aber durch den Film aus Staub und Resten glatter. Du bremst früher und hältst Abstand. Beim Aufschwimmen fehlt der Kontakt ganz. Beides verlangt weniger Tempo, die Fußarbeit ist nicht dieselbe.
Darf ich durch eine überflutete Unterführung fahren?
Nein, wenn du die Tiefe nicht kennst oder das Wasser über die Bordsteinkante steigt. Der Motor kann Wasser ziehen, die Bremsen werden danach schwammig, und ein Elektroauto ist kein Boot. Umdrehen, solange das noch trocken geht, ist die bessere Fahrt.
Mein Auto hat Allrad. Schwimmt es später auf?
Allrad bringt die Kraft auf vier Räder, er klebt sie nicht auf die Straße. Aufschwimmen ist eine Frage von Tempo, Wasser und Profil. Du fährst dieselbe Vorsicht wie mit einem angetriebenen Paar.
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Redaktion JP Fahrschule. Stand: 15. Oktober 2026. Der Text beschreibt den üblichen Ablauf in der Fahrausbildung und ersetzt nicht die Bedienungsanleitung deines Fahrzeugs oder den aktuellen Gesetzestext. Eine namentliche Freigabe durch einen Fahrlehrer ist für diese Fassung noch offen.







