Sitz, Lenkrad und Spiegel gehören zusammen, und zwar in dieser Reihenfolge. Du lernst, den Arbeitsplatz so einzurichten, dass du Pedale, Instrumente und den toten Winkel beherrschst, bevor das Auto rollt. Zuerst stellst du den Sitz, denn jeder spätere Spiegel stimmt nur zu genau dieser Sitzposition.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Erst Sitz, dann Lenkrad, dann Spiegel. Nie andersherum.
- Pedal ganz durchgetreten, Knie bleibt leicht gebeugt. Lehne so, dass die Arme am Lenkrad leicht angewinkelt sind.
- Kopfstütze nahe am Hinterkopf, Oberkante mindestens auf Augenhöhe.
- Außenspiegel zeigen einen schmalen Streifen der eigenen Karosserie und vor allem die Nachbarspur.
- Der Schulterblick bleibt. Kein Spiegel ersetzt die Zone direkt neben der C-Säule.
Inhalt
- Wann du neu einstellst
- So richtest du den Platz ein
- Häufige Fehler
- Tipp aus der Fahrausbildung
- Häufige Fragen
Wann du neu einstellst
Jedes Mal, wenn ein anderer Mensch vor dir in diesem Sitz saß. In der Fahrschule ist das jede Stunde, im Familienauto jeder Fahrerwechsel. Eine kleine Verschiebung der Lehne macht den rechten Spiegel blind, ohne dass du es an der Ampel merkst. Du stellst im Stand ein, mit angezogener Bremse, bevor du den Gang einlegst. Das Lenkrad zu verstellen, während du rollst, heißt, eine Hand zu wenig am Rad zu haben und oft den Airbag-Abstand nebenbei zu verlieren.
Die Bedienungsanleitung zeigt, ob Sitz, Lenksäule und Spiegel elektrisch oder von Hand laufen und ob es eine Memory-Taste gibt. Die Memory-Taste nützt nur, wenn sie deine Werte gespeichert hat, nicht die der Person davor. Große Körper und kleine Körper brauchen verschiedene Höhen. Wer über dem Lenkrad hinweg nichts als Motorhaube sieht, sitzt zu tief oder zu nah. Wer die Ampel nur durch die oberste Speiche erkennt, sitzt zu weit weg oder das Lenkrad verdeckt die Instrumente. Der Gurt kommt zuletzt über den fertigen Sitz, nicht zuerst, sonst sitzt du gegen den Gurt an und schiebst den Sitz nicht mehr. Der Ablauf gehört zur Führerscheinklasse B und ist in der Prüfung der Anfang, nicht eine Nebensache.
So richtest du den Platz ein
1. Sitzabstand und Höhe
Tritte die Kupplung beim Schaltwagen oder die Bremse beim Automatikwagen ganz durch. Das Knie bleibt leicht gebeugt, die Ferse kann am Boden bleiben. Zu nah heißt: du hängst im Lenkrad und das Knie blockiert. Zu weit heißt: du rutschst an die Lehne heran und kommst mit der Fußspitze nur noch knapp aufs Pedal. Die Höhe stellst du so, dass du die Straße nahe vor dem Auto und die Instrumente siehst, ohne den Hals zu recken. Zwischen Kopf und Dach bleibt Luft.
2. Lehne, Kopfstütze, Lenkrad
Die Schultern bleiben an der Lehne, wenn du die Hände nach oben auf den Lenkradkranz legst. Die Arme sind dabei leicht gebeugt, nicht gestreckt und nicht vor der Brust verknotet. Viele nutzen die Stellung etwa bei neun und drei Uhr, weil sie dort auch Schaltern und dem Airbag nicht im Weg sind. Die Kopfstütze rückst du nahe an den Hinterkopf, die Oberkante nicht unter die Augen. Danach das Lenkrad, nur im Stand: Du siehst die Instrumente durch den Kranz, das Rad berührt die Oberschenkel nicht. Einen Zentimeterwert für den Airbag nennt die Anleitung deines Autos, falls sie einen nennt. Du sitzt nicht auf dem Lenkrad.
3. Innenspiegel
Die Heckscheibe sitzt mittig im Spiegel, du siehst möglichst viel Fahrbahn hinter dir und wenig Dachhimmel. Dein eigenes Gesicht füllt den Spiegel nicht. Wenn du den Kopf normal hältst und nur die Augen hebst, ist die Stellung richtig. Eine Blendstellung für die Nacht, falls vorhanden, schaltest du nur bei Bedarf. Tagsüber nimmt sie dir Licht.
4. Außenspiegel und ein Probe-Schulterblick
Links siehst du einen schmalen Streifen deiner eigenen Flanke, damit du den Abstand zum Bordstein später schätzen kannst, und daneben die Spur neben dir. Der Horizont liegt ungefähr in der Mitte. Rechts dasselbe. Der rechte Spiegel ist oft gewölbt, Fahrzeuge wirken dort kleiner und sind näher, als der erste Blick sagt. Zum Schluss drehst du den Kopf einmal nach links und einmal nach rechts, noch im Stand. Die Zone, die weder Innen- noch Außenspiegel zeigt, ist der Grund für den Schulterblick beim Abbiegen und beim Spurwechsel. Den Spiegel so weit nach außen zu drehen, dass die eigene Karosserie verschwindet, vergrößert diese Zone oft noch.
5. Gurt über den fertigen Sitz
Der Gurt liegt über der Schulter, nicht am Hals und nicht am Oberarm. Die Höhenverstellung an der B-Säule setzt du nach dem Sitz, nicht davor. Unten führt er über das Becken, nicht über den weichen Bauch. Er ist nicht verdreht. Erst dann legst du den Gang ein.
Häufige Fehler
Zuerst die Spiegel, dann den Sitz nach vorn schieben. Die Spiegel zeigen danach den Himmel oder das Hinterrad. Richtig ist, den Sitz fertig zu machen und die Spiegel als letzten optischen Schritt zu setzen.
Die Kopfstütze im Nacken statt am Hinterkopf. Bei einem Heckaufprall stützt sie dann nicht den Schädel. Richtig ist, sie anzuheben, bis die Oberkante mindestens auf Augenhöhe liegt, und sie nicht nach hinten wegzuklappen.
Den rechten Spiegel wie den linken zu lesen. Die Wölbung verkleinert. Wer dort einen großen Abstand sieht, ist oft schon dicht an dem Radfahrer. Richtig ist, den Abstand zusätzlich über den Schulterblick und das eigene Vorbeifahren zu prüfen.
Das Lenkrad während der Fahrt nachzuführen. Du lenkst in dem Moment einhändig und oft zu weit vorn. Richtig ist, an der nächsten sicheren Haltestelle neu zu setzen, inklusive Spiegel, wenn du den Sitz dabei bewegt hast.
Tipp aus der Fahrausbildung
Die Reihenfolge hat bei uns vier Wörter: Sitz, Rad, Spiegel, Gurt. Wir lassen sie zu Beginn der Stunde einmal aufsagen, bevor der Motor startet. Wer mit dem Spiegel anfängt, stellt ihn zweimal ein. Auf einem Prüfungsfahrzeug, das am Morgen schon drei Leute hatten, ist diese Reihenfolge der Unterschied zwischen einem ruhigen Abbiegen und einem Schulterblick ins eigene Dach.
Häufige Fragen
Wie weit außen darf der Außenspiegel schauen?
So weit, dass du die Nachbarspur siehst, und so weit innen, dass ein Streifen deines Autos im Bild bleibt. Verschwindet die Karosserie ganz, verlierst du den Bezug für den Abstand. Den toten Winkel neben der Säule deckt auch die weiteste Stellung nicht zuverlässig ab.
Gilt derselbe Sitz für Schaltwagen und Automatik?
Die Lehne und die Kopfstütze ja, der Beinabstand richtet sich nach dem Pedal, das du ganz durchtreten musst. Das ist beim Schaltwagen die Kupplung, beim Automatikwagen die Bremse. Wer vom einen ins andere steigt, prüft den Abstand neu.
Darf ich auf einer Memory-Taste der Fahrschule vertrauen?
Nur wenn du sie selbst gespeichert hast und danach niemand den Sitz von Hand verschoben hat. Ein fremdes Profil setzt dich an den falschen Platz. Einmal die vier Wörter durchgehen ist schneller als ein falsches Profil zu korrigieren, während du schon rollst.
Was mache ich, wenn ich die Motorhaube nicht sehe?
Dann fehlt dir die Nähe vor dem Auto beim Einparken und an der Haltelinie. Sitz höher oder die Lehne so, dass dein Blick nicht nur in den Himmel geht. Ganz auf die Haube starren ist das andere Extrem. Du sollst die Fläche unmittelbar vor dem Auto und die Straße in der Ferne beide erreichen.
Ersetzt eine Rückfahrkamera die Spiegel?
Nein. Die Kamera hilft beim Rangieren nach hinten und hat eigene tote Zonen, Schmutz und einen begrenzten Winkel. Spiegel und Schulterblick bleiben für den Spurwechsel und das Abbiegen. Die Kamera stellst du nicht ein, indem du den Außenspiegel nach unten aufs Hinterrad zwingst, solange du damit noch durch die Stadt fährst.
Weiterlesen
Redaktion JP Fahrschule. Stand: 15. Oktober 2026. Der Text beschreibt den üblichen Ablauf in der Fahrausbildung und ersetzt nicht die Bedienungsanleitung deines Fahrzeugs oder den aktuellen Gesetzestext. Eine namentliche Freigabe durch einen Fahrlehrer ist für diese Fassung noch offen.







